Hast du Fragen? Ich bin gerne für dich da!

Vertrauen in sich selbst

Wann hast du aufgehört, dir selbst zu vertrauen?

Mir ist erst vor kurzem etwas bewusst geworden.

 

Viele Menschen, die zu mir kommen, erzählen von Erschöpfung, von immer denselben Konflikten in ihrem Leben, von Entscheidungen, die sie schon lange vor sich herschieben. Oder davon, dass sie sich selbst nicht mehr richtig spüren.

 

Aber niemand sagt:

„Ich vertraue mir selbst nicht mehr.“

 

Und trotzdem habe ich oft das Gefühl, dass genau das dahintersteckt.

 

Ich glaube nämlich nicht, dass Menschen ihr Vertrauen verlieren.

Ich glaube, sie hören irgendwann auf, ihrer eigenen Stimme zuzuhören.

Als wir Kinder waren, war das doch noch anders, oder?

 

 

Ich war ständig draußen. Vor unserem Haus lag direkt der Wald. Da gab es einen kleinen Bach. Ich habe aus einer Baumrinde ein kleines Schiffchen gemacht. Ein Stecken in meiner Hand war das Steuergerät und ich manövrierte das kleine Schiffchen durch den Bach.

 

 

Ich habe es geliebt. Ich war einfach im Hier und Jetzt. Ich habe über nichts anderes nachgedacht. Ich war einfach glücklich in meiner kleinen Welt. Damals habe ich nicht darüber nachgedacht, ob das sinnvoll ist. Ich habe es einfach gemacht und Freunde daran gehabt.

 

 

Heute frage ich mich manchmal:

Wann verlieren wir das eigentlich? Wann beginnen wir, andere zu fragen, was richtig ist?

Den Partner. Die Freundin. Den Arzt. Google. ChatGPT. Den Nachbarn.

Nur uns selbst fragen wir immer seltener. Dabei kennt uns niemand besser als wir selbst.

 

 

Auch ich habe oft gezweifelt.

  • Als ich meinen Job gekündigt habe, ohne zu wissen, was danach kommt.
  • Als ich mich selbstständig gemacht habe.
  • Als nur wenige Menschen den Weg in meine Praxis gefunden haben.

 

Die Frage war: Bin ich überhaupt gut genug? Es gab da immer dieses leise Gefühl.

Nicht laut – aber ganz deutlich: „Geh weiter.“

Heute weiß ich, dass genau dieses Gefühl mein größter Wegweiser war und immer noch ist.

Interessanterweise begegnet mir genau dieses Thema immer wieder – in meinen Sitzungen genauso wie in meinen Workshops und Ausbildungen.

 

Die  wenigsten Menschen haben ihr Vertrauen verloren. Sie haben nur gelernt, ihm nicht mehr zu glauben.

Sie spüren etwas.

 

Und im nächsten Moment beginnt der Verstand zu argumentieren.

  • „Das bilde ich mir wahrscheinlich nur ein.“
  • „Das kann doch gar nicht sein.“
  • „Andere werden das besser wissen.“

 

Nach vielen Jahren ist mir eines immer deutlicher geworden:

Menschen nehmen oft viel mehr wahr, als sie glauben.

Sie zweifeln nicht an ihrer Wahrnehmung. Sie zweifeln daran, ob sie ihr vertrauen dürfen.

Deshalb frage ich meine Klienten häufig zuerst: „Was hast du wahrgenommen?“

 

Erst danach erzähle ich, was ich beobachtet habe. 


Warum?


Weil ich nicht möchte, dass Menschen meiner Wahrnehmung mehr vertrauen als ihrer eigenen. Ich möchte niemanden von mir abhängig machen. Ich wünsche mir, dass Menschen wieder beginnen, sich selbst ernst zu nehmen.


Diese Erkenntnis musste ich allerdings selbst erst lernen.

Als ich vor vielen Jahren meine Ausbildung zur Kinesiologin machte, freute ich mich riesig darauf, endlich mit Menschen arbeiten zu dürfen. Ursprünglich wollte ich diese Ausbildung gar nicht für meine spätere Praxis machen. Ich wollte meiner Tochter in der Schule helfen.

Als die ersten Klienten kamen, war ich so stolz auf mich. Endlich konnte ich das weitergeben, was mir selbst einmal geholfen hatte.

Am Ende jeder Sitzung gab es kleine Übungen für zu Hause. Nichts Schwieriges. Ein paar Minuten am Tag hätten oft schon gereicht. Doch viele machten diese Übungen nicht.


Am Anfang war ich enttäuscht. Dann begann ich zu zweifeln.

  • Vielleicht bringt das alles gar nichts?
  • Vielleicht bin ich nicht gut genug?

Heute weiß ich, dass ich damals einen entscheidenden Fehler gemacht habe.

Ich hatte die Verantwortung meiner Klienten übernommen.

Ich wollte ihren Weg gehen. Dabei war es nie mein Weg. Heute arbeite ich anders.

  • Ich höre zu.
  • Ich beobachte.
  • Ich stelle Fragen.
  • Ich begleite.


Aber ich lasse die Verantwortung dort, wo sie hingehört – beim Menschen selbst.


Und genau dadurch ist etwas Überraschendes passiert.


Ich vertraue meiner Arbeit heute mehr denn je. Nicht, weil ich auf jede Frage eine Antwort habe. Sondern weil ich gelernt habe, dass jeder Mensch seine eigene Antwort bereits in sich trägt. Manchmal ist sie nur sehr leise geworden.


Je länger ich mit Menschen arbeite, desto mehr bin ich überzeugt: Vertrauen kommt nicht zurück, weil uns jemand sagt, was richtig ist. Es kommt zurück, wenn wir beginnen, unserer eigenen Wahrnehmung wieder zuzuhören.

Vielleicht ist genau das der erste Schritt jeder Veränderung: Der Mut, sich selbst wieder ernst zu nehmen.


Deshalb möchte ich dir heute nur zwei Fragen mitgeben.

Wann hast du aufgehört, dir selbst zu vertrauen?

UND:

Was wäre heute anders, wenn du deiner eigenen Wahrnehmung wieder ein kleines Stück mehr vertrauen würdest?


Herzlichst,

Brigitte 

 

 

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